Tauchen als Voraussetzung, um Schwimmen zu lernen – warum ist das so wichtig?

Tauchen als Voraussetzung, um Schwimmen zu lernen – warum ist das so wichtig?

Dem «Tauchen können» kommt auf dem Weg zum sicheren Schwimmen lernen eine zentrale Bedeutung zu. Ob Einsteiger, Fortgeschrittene oder Könner, Übungen zur Förderung des Untertauchens gehören in jede Unterrichtslektion. Sieben Gründe, warum dem so ist:


1. Das Tauchen gehört zur Atmung

Wir Menschen sind (leider) keine Fische und können unter Wasser nicht atmen. Wer sich beim Untertauchen nicht verschlucken will hat zwei Möglichkeiten: entweder die Luft anhalten oder den eingeatmeten Sauerstoff ins Wasser ausblasen (ausblubbern). 


2. Schwimmen erfordert eine angepasste Atmung

Anders als bei Landsportarten müssen wir beim Schwimmen das Ein- und Ausatmen bewusst steuern. Die Schwimmerin, der Schwimmer holt über Wasser aktiv Luft und bläst, sobald das Gesicht unter Wasser kommt den eingeatmeten Sauerstoff wieder aus. Die Integration der Atmung ist bei allen Schwimmarten ein wichtiger Bestandteil der Technik; wir Schwimmlehrerinnen und Schwimmlehrer sagen dem «Schwimmen mit angepasster Atmung».


3. Um kraftsparend in Bauchlage zu schwimmen gehört das Gesicht wiederholt ins Wasser eingetaucht

«Ich kann ja auch schwimmen und dabei den Kopf ständig über Wasser halten, das funktioniert doch beim Brustschwimmen prima». Immer wieder hören wir von – mehrheitlich erwachsenen Personen – diese Aussage. In der Tat sieht man in öffentlichen Schwimmbädern Frauen und Männer, welche ihre Bahnen mit erhobenem Kopf ziehen. Nur, mit dem Kopf aus dem Wasser sinken Oberkörper und Beine ab, es ergibt sich eine ungünstige Wasserlage und sie müssen mehr Kraft aufwenden um vorwärts zu kommen. Ein Erwachsener kann für einige Zeit so schwimmen. Streckt jedoch ein Kind ständig seinen Kopf aus dem Wasser, bringt es seinen Körper in schiefe, ja sogar senkrechte Lage und muss zu viel Kraft aufwenden um vorwärts zu schwimmen. Schnelle Erschöpfung ist die Folge, das Kind kann eine geforderte Strecke – zum Beispiel zurück an den Bassinrand – nicht mehr schwimmen.


4. Das Schweben auf dem Wasser ist eng mit der Atmung verbunden

Sich in Bauch- oder Rückenlage aufs Wasser legen zu können ohne dabei unter zu gehen ist eine wichtige und schöne Erfahrung. Beim Schweben an der Oberfläche mimen Kinder ein Flugzeug; sie lösen die Beine vom Boden und schweben mit den Armen zur Seite gestreckt für einige Sekunden ohne sich zu bewegen. Möglich ist das jedoch nur, wenn das Gesicht vollständig eingetaucht ist, mit Blick zum Bassinboden und last but not least durch das Luft anhalten. Eh voilà: schon sind wir wieder beim Tauchen.


5. Tauchübungen helfen Ängste abzubauen

Oft ist der Aufenthalt im Wasser anfänglich mit Ängsten verbunden – vor allem für Beginners. Dazu zählt definitiv auch das Tauchen. Es braucht Überwindung den Kopf gegen den Wasserwidderstand unter Wasser zu halten, das Chlor brennt etwas in den Augen und das Kind sieht Gegenstände oder den Bassinboden verschwommen. Umso wichtiger ist es, dass Schwimmleiterinnen und -Leiter die Kinder behutsam und spielerisch ans Tauchen heranführen. Es macht sich in jedem Fall bezahlt, dafür anfänglich viel Zeit aufzuwenden. 


6. Gute Taucher können sich besser konzentrieren

Haben sich Kinder und Lernende ans Untertauchen gewöhnt, sind sie viel lockerer im Wasser. Sie müssen nicht ständig anhalten um nach Luft zu schnappen und können sich eindeutig besser auf weitere Aspekte der Schwimmtechniken konzentrieren. Etwa auf die Körperspannung oder den Vortrieb mit Armen und Beinen.


7. Tauchübungen machen fit für längere Strecken

Wie eingangs und weiter oben erwähnt sind regelmässige Tauchübungen für das Schwimmen unerlässlich. Das Training die Luft anzuhalten oder unter Wasser gegen den natürlichen Widerstand auszublasen stärkt den Lungenmuskel und erhöht die Atemkapazität. Das trägt essenziell dazu bei, dass Lernende, Könner ja sogar Wettkampfschwimmerinnen und -schwimmer längere Strecken immer besser und schneller bewältigen können.


Schlussbemerkungen

Das Tauchen und Atmen ist bei jeder Schwimmart ein ernst zu nehmender Aspekt. Wer gelernt hat angstfrei unterzutauchen, kann seine Atmung während dem Schwimmen steuern. Man schwimmt mit angepasster Atmung; d.h. man integriert das Luftholen mit dem Mund über Wasser und das Ausatmen unter Wasser in den Bewegungsablauf der Schwimmtechnik. Darum sollte – bereits beim Kleinkind-Schwimmen und mit Beginners-Gruppen – das Tauchen wiederholt geübt und gefördert werden.


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